Die drei Experten: Frank Schmidt, neuer Chef der Arbeitsagentur in Siegen, Benjamin Hecker vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Siegen und Verena Kurth, Betriebsberaterin Fachkräftesicherung bei der Handwerkskammer Südwestfalen.
Rita Lehmann

Aktiv gegen den Fachkräftemangel

Ernste Thematik und neue Ideen beim Handwerkerfrühstück in Siegen

Im Handwerk, wie auch in anderen Zweigen der Wirtschaft, fehlt es an Fachkräften. Unter dem Motto "Aktiv gegen den Fachkräftemangel" hatten die Handwerkskammer Südwestfalen, die Agentur für Arbeit Siegen und die Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd in gemeinsamer Kooperation interessierte Handwerksbetriebe zu einem "Handwerkerfrühstück" eingeladen, bei dem nicht nur frische Brötchen und Kaffee serviert wurden. Mit Referaten wollten die Ideengeber interessierte Mitglieder der heimischen Handwerksorganisationen zu neuen Ideen anregen. Und das Interesse war groß.



"Durch gute Personalarbeit gibt es auch gutes Personal!"

Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, freute sich über den guten Zuspruch der Veranstaltung und begrüßte die Gäste mit munteren Worten. In einer kurzen Einführung in die doch recht ernste Thematik erklärte Haßler, dass "Fachkräftesicherung" eines der wichtigsten Themen im Handwerk sei.

Als fachkundige Referentin erwies sich Verena Kurth, Betriebsberaterin Fachkräftesicherung im Hause der Handwerkskammer Südwestfalen, die mit Themenbeispielen aus dem Handwerk aufwartete, wie "Was macht einen guten Chef aus?", "Guter Arbeitgeber – Was heißt das?" und "Wir schaffen es, durch gute Personalarbeit auch gutes Personal zu bekommen!"

Die Referentin zeigte auf, wie Arbeitgeber mit einem "guten Umgangston" oder einem "Klima von Respekt und Wertschätzung" punkten können. Das sei wichtig, denn Mitarbeiter äußerten sich dann im Freundes- und Bekanntenkreis auch positiv über die Arbeitsstelle. Auf diese Weise würde Aufmerksamkeit für den Betrieb erzielt und schlussendlich wäre ein guter Aufschlag gegeben, neue Fachkräfte anzuwerben.

Ein guter Arbeitgeber könne auch punkten indem er beispielsweise: Konflikte aktiv bespreche, ein Ohr für aktuelle Umstände habe oder Lob ausspreche und Ideen honoriere, regelmäßig betriebliche Veranstaltungen organisiere, in Ausbildung investiere, öffentliches Engagement zeige, Mitarbeitergespräche führe oder Perspektiven aufzeige und Fortbildung anbiete.



15 Spezialisten für Arbeitsvermittlung

Benjamin Hecker, Leiter des Arbeitgeberservice Siegen-Wittgenstein der Agentur für Arbeit, referierte anschließend zum Thema: "Mit Aus- und Weiterbildung zum leistungsstarken Team –  Fördergelder für Arbeitgeber".

Allein 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive Teamleitung sind Ansprechpartner für Unternehmen in der Region Siegen-Wittgenstein. Im Kreis Olpe sei eine parallele Struktur aufgebaut. Die Mitarbeiter des Arbeitgeberservice seien Spezialisten für Arbeitsvermittlung, Arbeitsmarktberatung, Integration besonderer Personengruppen wie Menschen mit Behinderung, geflüchtete Menschen und Berufsrückkehrer/innen sowie Förderleistungen für Arbeitgeber. Die Bundesagentur für Arbeit fördere unter anderem ebenso Aus- und Weiterbildung, leiste Hilfestellung bei der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher, kümmere sich um Weiterbildung von jungen und älteren Mitarbeitern, gewähre Ausbildungszuschüsse und Förderung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen.

Frank Schmidt stellte sich am Schluss der Veranstaltung als neuer Chef der Arbeitsagentur in Siegen den Tagungsteilnehmern aus dem heimischen Handwerk vor und bekräftigte nochmals die aktive Unterstützung seines Hauses in Sachen Fachkräftesicherung.

Am Ende des Vormittags sprachen alle Teilnehmer von einer gelungenen Veranstaltung mit wertvollen Informationen und Anregungen.